Zelten auf der Schrattenfluh

Am 8.5.2021 hatte ich ein freies Wochenende, es war schönes Wetter angesagt und Neumond. Es hat noch Schnee, die Temperaturen sollen aber auch in der Nacht nicht zu tief sein. Also versuche ich, 22 kg Gepäck auf die Schrattenfluh zu tragen und mir eine Nacht im Zelt um die Ohren zu schlagen.

Der Aufstieg ging nicht nur aufgrund des Gewichts, sondern auch wegen der fehlenden Kondition äusserst langsam vor sich. Viele kleine Pausen waren nötig.

Auf einer kleinen offenen Fläche mit Gras und Steinen konnte ich das Zelt aufstellen und einigermassen gut verankern. Ich wusste noch nicht, dass in der Nacht der Föhn auffrischen würde und recht stark aus Richtung Südwesten blasen würde.

Die Sterne waren dann ziemlich enttäuschend. Die Sicht war gar nicht so gut, obwohl der Himmel offen war. Vielleicht hat der Föhn einen Einfluss gehabt. Das Fotografieren wurde dann zusätzlich durch Windböen erschwert. Jedenfalls habe ich zum ersten Mal einen Starlink-Satellitenschwarm vom Elon Musk beobachten können: Zuerst querten elf Satelliten den Himmel nördlich von mir, nach ein paar Minuten noch einmal 15 Stück. Ein zweifelhaftes Vergnügen – vermutlich musste er keine vorgezogene Entsorgungsgebühren bezahlen.

Dafür ist das Zelt einmal im Bild.

Die Nacht war erträglich kalt, gestört hat mich die Luftmatratze, welche plötzlich zur dünnen Unterlage wurde. Keine Spur von Luft. Durch die nassen Socken und die Kälte hätte ich meine Füsse beinahe nicht mehr in die steinharten Skischuhe zwängen können. Ich habe diese dann sicherheitshalter einfach anbehalten. Ich wollte ja nicht mit der Rega ins Tal geflogen werden, weil ich die Skischule nicht mehr anziehen konnte…

Übrigens: Man kann Skischuhe mindestens 11 Stunden an den Füssen behalten. Länger habe ich das noch nie getestet. Beim Schlafen muss man dann halt regelmässig die Zehen bewegen oder es wenigstens versuchen.

Da der Schnee gefroren war, stellte die Abfahrt mit dem immer noch ca. 20 kg schweren Rucksack bis zum Wald kein Problem dar. Es machte sogar Spass. Unendlich viel mehr als der Aufstieg. Im Wald war es dann eher ein Krampf, weil der Schnee bereits oder immer noch weich war und überall Bäume im Weg standen. Aber nach einer halben Stunde erreichte ich den Doblo und konnte nach dem kleinen Zeltabenteuer wohlbehalten nach Hause fahren.

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